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Alte Wasserkunst Bautzen

Bautzen | Sehenswürdigkeit, Veranstaltungsort

Alte Wasserkunst Bautzen
Wendischer Kirchhof 2
02625 Bautzen

Einer der imposantesten Türme, die die Stadtansicht von Bautzen prägen, ist ohne Zweifel die Alte Wasserkunst.

Bautzen war am Ende des 15. Jahrhunderts eine pulsierende und aufstrebende Stadt, deren Bevölkerung mit ausreichend Trinkwasser versorgt werden musste. Der Sage nach war ein Mönch der Baumeister der ersten Wasserkunst.

Auf Grund der topographischen Lage konnten die 86 Brunnen in der Stadt nicht genügend Wasser bereit stellen. Alternativen waren zwingend notwendig. Somit kam es im Jahr 1496 zum Bau der ersten Wasserkunst in Bautzen. Diesen hölzernen Turmbau betreute der Franziskanermönch Martin Gregor. Und wiederum bezieht sich eine Sage auf das Baugeschehen. Diese erfahren Sie im nachfolgenden Text. Leider brannte das Bauwerk 1515 ab. Die heutige Form der steinernen Wasserkunst erhielt der Turm 1558 von dem damaligen Ratsbaumeister, Wenzel Röhrscheidt d. Ä. (1510-1582). Die Besonderheit des Bauwerkes ist die Einbindung in die Stadtbefestigung von Bautzen, wodurch die Wasserkunst als Wehrturm ihre markante Form bekam.

Im Turminneren wurde von jeher über Kolbenpumpen, ursprünglich Spreewasser später Grundwasser, in einen Kupferkessel hineingepumpt. Dieser Kessel befand sich in der Turmspitze. Er war 5 Meter über dem höchsten Punkt der Stadt, dem Fleischmarkt, gelegen, wo sich ein Wassertrog befand. Das Wasser lief von der Wasserkunst über hölzerne Röhren bis in diesen Trog.

1877 kam ein weiter Turm in Bautzens Altstadt hinzu, der seitdem die Stadtsilhouette bereichert, der Wasserturm. Dieser Turm wurde als Hochbehälter konzipiert und die Wasserkunst pumpte fortan Wasser in seine Kessel.

Als 1965 das Wasserwerk in Sdier mit seiner Fernwasserleitung Bautzen mit Trinkwasser versorgen konnte, stellte die Wasserkunst nach über 450 Jahren ihre Arbeit ein.

Reichlich 30 Jahre später wurde der Anlage wieder Leben eingehaucht. Vorrangiges Ziel war es, dem interessierten Besucher die Funktionsweise der Anlage zu verdeutlichen. Dabei bot es sich an, die gegebene Wasserkraft für Energiezwecke zu nutzen.

Heute kann man nicht nur ganzjährig einen Blick in das Maschinenhaus werfen. 184 Stufen führen den Besucher aus dem Keller hinauf bis zur Plattform. Von da bietet sich ein beeindruckender Blick über die Dächer von Bautzen bis hinein in das Lausitzer Bergland..

Außerdem geben wechselnde Ausstellungen von Mai bis Oktober, über zwei Ebenen im Turminneren, interessante Einblicke in die regionale Kunstszene. Nach all diesen „Strapazen“ lädt in den Sommermonaten der idyllisch gelegene Wasserkunstgarten zum gemütlichen Verweilen ein.

Alte Wasserkunst Bautzen
© 2010/Pressestelle Bautzen
© Pressestelle Bautzen, 2010/Pressestelle Bautzen